Domorgeln

Mächtig wie die Kölner Kathedrale selbst sind auch die Instrumente, die sie in Gottesdiensten und Konzerten regelmäßig zum Klingen bringen.
Die Orgeln im Kölner Dom
Die großen Orgeln sind die Langhausorgel und die Querhausorgel mit der Erweiterung des westlichen Hochdruckwerkes, in den Kapellen stehen zwei weitere kleinere Orgeln für den rein liturgischen Gebrauch.
Querhausorgel
Die Querhausorgel von 1948 befindet sich in direkter Nähe zum heutigen Altar. Sie besitzt rund 90 Register. Nach einer gründlichen Überarbeitung im Jahr 2002 ist ihr Spieltisch als Generalspieltisch angelegt, von dem sich alle drei großen Klangkörper spielen lassen.
Langhausorgel
Die Langhausorgel (auch Schwalbennestorgel) von 1998 hängt hoch über dem Mittelschiff des Domes. Sie besitzt 56 Register und hängt mit einem Gewicht von 30 Tonnen verankert im Dachstuhl des Domes. Von den Kölnern besonders beliebt ist das Register „Loss jon“ (etwa „Mach voran!“) – meistens in der kölschen fünften Jahreszeit wird es gespielt; dabei öffnet sich eine Klappe unter der Orgel und zu den Klängen einer Kölner Melodie kommt eine hölzerne Figur zum Vorschein.
Westwerk
Das Hochdruckwerk im Westen stammt aus dem Jahr 2006 und ist in Deutschland in dieser Form einzigartig. Nach englischem Vorbild gebaut besitzt das Westwerk zwei Register, deren Pfeifen mit enorm hohem Luftdruck gespielt werden und dadurch einen durchdringenden und fanfarenartigen Charakter erhalten. Die „tuba episcopalis“ wird beim Einzug des Erzbischof zum Gottesdienst gespielt – der Einzug der Domherren zur Hl. Messe wird dagegen von der „tuba capitularis“ begleitet.
Alle Orgeln wurden von der Firma Orgelbau Klais in Bonn gebaut.
Marienorgel
Der Kölner Dom hat eine neue Orgel erhalten! Mit dem Neubau ist ein Instrument entstanden, das nicht nur die Liturgie in der Marienkapelle bereichern wird, sondern zugleich neue Möglichkeiten für das Konzertleben im Kölner Dom eröffnet.
Die neue Marienorgel ersetzt das bisherige Instrument aus den 1960er-Jahren, das nach jahrzehntelangem intensiven Einsatz technisch und klanglich an seine Grenzen gestoßen war. Gebaut wurde die neue Orgel von der renommierten Johannes Klais Orgelbau GmbH in Bonn, die schon für die Realisierung der großen Querhausorgel (erbaut 1948, 89 Register) und der Schwalbennestorgel (1998, 56 Register) im Langhaus verantwortlich zeichnete. Die Gestaltung des Orgelprospekts stammt vom international bekannten Architekturbüro Mecanoo aus Delft. Die verwendete Baubronze fängt die Sonnenreflektionen im Dom ein und hüllt die Orgel in stimmungsvolles Licht.
Mit ihren 18 Registern vereint die neue Marienorgel klangliche Vielfalt, technische Innovation und gestalterische Qualität. Als farbenreiches, vielseitiges Instrument eignet sie sich gleichermaßen für die tägliche Liturgie, die Begleitung von Chören und Ensembles sowie für konzertante Aufführungen im Binnenchor des Domes.
Eine Besonderheit ist ihre innovative Konstruktion: Das gesamte Orgelgehäuse kann mithilfe eines Scherenhubtisches angehoben werden. Dadurch lässt sich der Klang nicht nur in die Marienkapelle, sondern auch in den Binnenchor lenken, wo regelmäßig Gottesdienste und Konzerte stattfinden. Zudem ermöglicht der neue, frei fahrbare Spieltisch eine technische Premiere: Von hier aus können alle drei Orgeln des Kölner Domes gemeinsam angesteuert und gespielt werden.